Welche Möglichkeiten der Enthaarung gibt es?

Wer schöne glatte Haut ohne störende Härchen möchte, sollte sich erst einmal Gedanken um die Art der Enthaarung machen. Jede hat so ihre Vor- und Nachteile.

Die wichtigsten Kriterien sind dabei wohl Hautverträglichkeit, Effizienz und Kosten. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Enthaarung: die Depilation und die Epilation. Bei der Depilation werden die Haare lediglich knapp über der Wurzel abgeschnitten. Sie bleibt aber intakt, wodurch das Haar weiter wachsen kann. Zu den Arten dieser befristeten Enthaarung zählen die Rasur und die Anwendung von Enthaarungs-Cremes und -Gels. Ebenfalls befristet jedoch länger anhaltend ist die Enthaarung durch Epilation. Hier werden die Haarwurzeln ausgerissen. Jedoch regenerieren sie sich, weshalb der Haarwuchs nicht dauerhaft gestoppt werden kann. Möglichkeiten der Epilation sind das Waxing und die Enthaarung mit Pinzette oder Epilierer.

Die in Deutschland am häufigsten gewählte Variante der Enthaarung ist die Nassrasur. Sie ist relativ kostengünstig, schnell und einfach z. B. unter der Dusche anzuwenden und sie ist in den meisten Fällen deutlich schonender für die Haut als eine Trockenrasur. Man sollte jedoch darauf achten, dass man genügend Rasierschaum verwendet und gegen den Strich rasiert. In der empfindlichen Bikizone jedoch wird am besten in Wuchsrichtung rasiert. So verhindert man das Einwachsen der Haare und beugt Pickelchen und Entzündungen vor. Allerdings muss die Rasur im Schnitt alle zwei Tage wiederholt werden. Ansonsten bilden sich Stoppeln, die unangenehm kratzen und jucken können.

Ein glattrasierter Schmambereich ist auch erotisch

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Die Wirkung von Enthaarungs-Cremes, -Gels und -Schäumen führt zu sehr wechselhaften Ergebnissen. Sie baut auf der chemische Reaktion der häufig in den Mitteln enthaltenen Thioglyconsäure mit den Proteinen der Haare auf. Diese werden bei der schmerzfreien Anwendung zerstört, wodurch sich die Haare teilweise auflösen. Nach etwa zehn Minuten Einwirkzeit werden Haare samt Mittel von der Haut geschabt oder abgewaschen. In den meisten Fällen ist die Enthaarung jedoch nicht gleichmäßig und mit strengen Gerüchen verbunden. Allerdings dauert es bis zu zehn Tagen, bis sehr feine Haare wieder nachwachsen. Weil diese Enthaarungsmittel relativ aggressiv wirken, sollten sie nur auf unempfindlicheren Hautpartien wie auf den Armen und Beinen angewendet werden. In Achseln und Bikinizone können sie schnell zu Hautirritationen führen.

Wer sich nicht so oft um die Enthaarung seines Körpers kümmern möchte, der entscheidet sich für ein Waxing. Hier werden hauptsächlich drei Methoden angewandt: das Kaltwachsen, das Warmwachsen und das Zuckerwachsen, auch Brazilian Waxing genannt. Sowohl Wachs als auch Zucker werden schon deutlich länger zur Enthaarung eingesetzt, als man zuerst annehmen möchte. Gewachst hat man schon im antiken Griechenland und Nordafrika, Zucker wird seit mindestens mehreren hundert Jahren in Brasilien und Asien eingesetzt. Prinzipiell wirken alle drei Vorgehensweisen zur Enthaarung nach dem gleichen Muster: Die Haare sollen ausgerissen werden. Kaltwachstreifen kommen meist fertig daher. Es handelt sich um Papierstreifen, die schon mit Wachs präpariert sind. Sie werden auf die entsprechenden Hautpartien aufgelegt und eine gewisse Zeit mit der Handinnenfläche erwärmt, wodurch das Wachs weich wird. Anschließend lässt man es wieder erkalten und zieht die Streifen dann entgegen der Wuchsrichtung der Haare ab. Selbige bleiben im Wachs kleben und werden so ausgerissen. Die Enthaarung mit Heißwachs funktioniert sehr ähnlich. Hier wird Wachs in einer Dose in der Mikrowelle oder im Wasserbad erwärmt und auf die Haut aufgetragen. Dann legt man Papier- oder Baumwollstreifen auf den Wachs, wartet bis er kalt ist und zieht die Streifen dann ab. Diese Methode wird oft als komplizierter, weil klebriger, aber auch als effizienter beschrieben. Beim Brazilian Waxing wird eine Kugel aus Zuckerpaste über die Haut gerollt. Die Haare bleiben daran kleben und werden so ausgerissen. Alle drei Vorgehensweisen sind relativ schmerzhaft, weil schließlich viele Haare auf einmal entfernt werden. Jedoch schwächt der Schmerz nach mehreren Anwendungen normalerweise ab.

Die Enthaarung mit der Pinzette empfiehlt sich besonders, um nur einzelne Härchen zu entfernen, z. B. bei den Augenbrauen. Ein Epiliergerät lässt sich auch auf größeren Hautflächen anwenden. Hier rotieren Walzen, Federn oder Scheiben paarweise. Sie öffnen und schließen sich gleich einer Pinzette und erfassen so auch kleine Härchen direkt an der Hautoberfläche. Auch diese Methode der Enthaarung ist anfangs ziemlich schmerzhaft, aber wie beim Waxing legt sich das auch hier mit der Zeit.

Aus dem Orient ist die Enthaarung mit Bindfäden bekannt. Diese werden aufgezwirbelt und auf der Haut schnell auf – und wieder zugedreht. Dabei reißen sie die Haare aus. Experten können so auch die feinsten Härchen entfernen. All diese Arten der Epilation versprechen eine Entfernung der Schamhaare, die ungefähr zwei Wochen anhält. Will man jedoch eine dauerhafte Enthaarung, bleibt einem nur ein kosmetischer Eingriff. Auch hier hat man mehrere Möglichkeiten. Am bekanntesten ist wohl die Laserbehandlung. Hier absorbiert das Melanin in der Haarwurzel das Licht, wodurch sich Wärme entwickelt, die eine Temperatur von bis zu 70 °C erreichen kann. So wird die Haarwurzel getötet und kann dauerhaft nicht wieder nachwachsen.

Die Enthaarung mit Intense Pulsed Light, kurz IPL, arbeitet im Gegensatz zu Laser mit der kompletten Bandbreite von Xenon-Licht. Allerdings können hier Blut, Gewebe und Haut in Mitleidenschaft gezogen werden. Dem versucht man mit einer geringeren Lichtstärke entgegenzuwirken, was sich negativ auf das Ergebnis der Enthaarung auswirken kann. Sowohl Laser als auch IPL können aber nur bei farbigem Haar angewendet werden. Graues oder gar weißes Haar haben nicht genug Melanin, um eine Wirkung zu erzeugen.

Neben der dauerhaften Enthaarung mit Licht gibt es noch jene, die mit Einsatz von Strom erzielt wird. Hier werden kleine Stromstöße direkt entlang des Haarkanals bis zur Wurzel geschickt. Dort werden die Proteinstrukturen vernichtet und die Haarwurzel somit getötet. Bei dieser Anwendung sind also ein gutes Auge und eine hohe Genauigkeit unbedingte Voraussetzungen, damit das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt. Die Enthaarungs-Technik ELOS (Elektro-optische Synergie) ist eine Kombination von IPL und Hochfrequenzstrom. Sie ist weniger strapaziös für Blut und Haut als Laser oder IPL allein, da sie die Wurzel schneller und sanfter erhitzt. Sowohl die reine Strombehandlung als auch die Behandlung mit ELOS haben den Vorteil, dass sie auf alle Haare angewendet werden können, da sie nicht auf das Melanin in der Haarwurzel angewiesen sind.

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