Schamhaarausfall

Was in manchen Kulturen aus hygienisch motivierten Gründen immer schon gang und gäbe war, hat sich bei uns erst in den letzten Jahren und hier vor allem bei jüngeren Menschen sturmartig durchgesetzt: die Intimrasur, das bewusste Entfernen der Schambehaarung im Intimbereich. Bewusst deshalb, weil es auch den Fall des ungewollten Schamhaarverlustes gibt.

Was zunächst als wenig gravierend erscheint, kann Betroffene emotional massiv belasten, ganz zu schweigen davon, dass der Schamhaarausfall neben einfachen biologischen Gründen auch die Folge einer klar diagnostizierbaren Krankheit sein kann. Zunächst stellt sich die Frage, ab wann man seriös von vorliegendem Schamhaarausfall sprechen kann. Wie für den Bereich der Kopfhaare gilt auch hier, dass es einen natürlichen Zyklus des Haarausfalls und Nachwachsens gibt. Schamhaarausfall sollte uns also per se nicht verunsichern, vor allem kann dieser Zyklus je nach Jahreszeit stärker oder schwächer ausgeprägt sein. Erst wenn sich dezidiert Kahlstellen bilden oder sich der Bewuchs sichtbar anhaltend lichtet, sollte man aufmerken.

Der augenscheinlichste Grund für den Verlust der Schambehaarung bei der Frau ist die Menopause. Hier kommt es aufgrund des geänderten Hormonspiegels zu einer Schädigung der Haarwurzeln, Schamhaarausfall ist die Folge. Der Verlust der Schamhaare ist natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses und somit nicht tragisch, er betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Männer mit zunehmendem Alter. Problematischer wird es allerdings im Krankheitsfall. So kommt es zum Beispiel bei der Addison-Krankheit, einer Nebennierenrindeninsuffizienz, zu einem krankheitsbedingten Hormonabfall, der auch die Behaarung betrifft. Dieser Krankheitsverlauf kann vor allem auch bei verschiedenen Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, auch Hypophyse genannt, gesehen werden, diese nimmt ebenfalls eine wichtige Stellung in der Hormonerzeugung des Körpers ein. Weitere Syndrome die zum Schamhaarverlust führen können, sind das sehr seltene Werner-Syndrom, eine genetische Erkrankung, die einen vorzeitigen Alterungsprozess bewirkt.

Beim Van-Wyk-Grumbach-Syndrom kommt es zu einer massiv beschleunigten und daher vorzeitigen Ausbildung der primären Geschlechtsteile. Zusammenfassend sollte man sich bei beginnendem Schamhaarausfall gelassen geben und den Arzt aufsuchen, der durch eine Reihe von Untersuchungen den tatsächlichen Grund für das Phänomen herausfinden kann.

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